Die unscheinbaren Helfer - Kleiderbügel

Niemand bemerkt sie, so lange sie da sind. Doch sobald Kleiderbügel fehlen, fällt es sofort auf. Wohin nur mit der Bluse, dem Rock oder der Jacke? Wie soll die Hose in Form bleiben oder der Mantel ohne Kleiderbügel im Schrank verstaut werden?

Kleiderbügel begleiten uns schon erstaunlich lange. Im 16. Jahrhundert wurden die ersten Kleiderbügel bereits entwickelt und dienten zur Unterbringung von Uniformen, die ja unbedingt in Form bleiben sollten. Kleiderbügel waren Ergänzung und Weiterentwicklung zu den bis dato üblichen Kleidertruhen. Bald wurden aber auch Kleiderbügel für andere Kleidungsstücke und Gewänder entworfen, die dazu dienten, besonders wertvolle und hochwertige Kleidungsstücke aufzunehmen.

Wie der Kleiderbügel unters Volk kam

Der Kleiderbügel, wie wir ihn heute kennen, kam im viktorianischen Zeitalter auf, das mit allerlei seltsamen Bügelformen aufwartete, um die auslandenden Reifrockkleider aufzunehmen. Der Kleiderbügel aus Draht ist noch ein Relikt aus jenen Jahren. Kleiderbügel aus Holz und für (fast) jedermann erschwinglich, wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts üblich. Veränderte Kleiderformen machten es auch notwendig, Kleiderbügel der „breiten Masse“ zugänglich zu machen und so entstanden bald die ersten Kleiderbügelfabriken.

Heute sind jedoch nicht nur Kleiderbügel aus Draht und Holz zu erhalten, sondern auch aus preiswertem Kunststoff, glänzendem Edelstahl oder Drahtbügel, die sehr aufwendig mit Kunststoff, Samt oder anderen Textilien überzogen sind.

Qualitativ am Schwierigsten gestalten sich eigentlich die Drahtbügel. Sie verbiegen nur allzu gern und bricht der Draht, kann nicht nur die Kleidung leiden, sondern es auch zu Verletzungen des Benutzers kommen. Die Drahtbügel mit „Verkleidung“ dagegen sind wesentlich stabiler und schonen natürlich auch die Kleidung. Kleiderbügel aus Holz und stabilem Kunststoff gehören heute zu den Gebräuchlichsten. Vor allem die Kunststoffbügel sind leicht gewölbt geformt, so das Kleidungsstücke in Imitation der Körperform auf dem Bügel untergebracht werden können. Die Edelstahl-Modelle sind natürlich das I-Tüpfelchen in jedem Luxus-Kleiderschrank oder Ankleidezimmer.

Auch allein nur zum „Drüberhängen“ ist der Kleiderbügel von heute nicht nur geeignet. Unter den vielen Materialvarianten finden sich auch noch regelrechte gebrauchsspezifische Modelle, wie zum Beispiel Hosenbügel, Rockspanner oder Clip-Kleiderbügel.